Kennzahlen
Es gibt leider
("oder glücklicherweise") keine universelle Kennzahl, die eine
umfassende Aussage über ein Labor zuläßt.
An "gute" Kennzahlen werden folgende Anforderungen gestellt :
-
Aussagefähigleichte Ermittlung
-
Vergleichbarkeit
Man kann die Laborkennzahlen je nach ihrer Aussage grob in drei Kategorien einteilen :
- interne Kennzahlen : Sie geben Auskunft über die laborinternen Verältnisse
- externe Kennzahlen : Sie geben Auskunft über die Anforderer von Laborleistungen
- universelle Kennzahlen : Sie geben Auskunft über die gesammten Laborleistungen oder Kosten,
ohne eine direkte Unterscheidung in externe und/oder interne Ursachen zu ermöglichen
Anmerkung :Für eine umfassende und aussagefähige Analyse werden alle drei Kategorien benötigt.
In Untersuchungen,
Studien und Gutachten werden eine Vielzahl solcher Kennzahlen genannt.
Einige kommen aber in allen Erhebungen vor und erfüllen die obigen
Kriterien.
Die Grundvoraussetzung zum Arbeiten mit Kennzahlen ist die Standardisierung der Leistungszählung,
der Leistungsbewertung sowie der standardisierten Kosten- und Erlöszuordnung.
Hier wurden in der Vergangenheit auch die meisten Fehler gemacht.
Laborkosten/Fall :
- Kategorie : universelle Kennzahl
- Aussagefähigkeit :Es wird die Belastung der Krankenhausfälle mit Laborkosten angegeben.
- Ermittlung : Die direkten Laborkosten werden durch die Anzahl der Fälle geteilt.
- Vergleichbarkeit : Wenn die Laborkosten für Fremdeinsender mit einfließen ist die Vergleichbarkeit sehr hoch.
Insbesondere bei der Untersuchung einzelner Disziplinen ist diese Kennzahl aussagefähig.
Zur internen Verlaufskontrolle sehr gut geeignet.
- Grenzen der Kennzahl:Es gibt keine direkte Unterscheidung, ob das Anforderungsverhalten oder die Laborkosten/Punkt zu Abweichungen führt
Die unterschiedliche Zusammensetzungen der Fachrichtungen hat einen erheblichen Einfluß auf die Kennzahl
Wenn Leistungszahlen nicht differenziert werden, können
große Ambulanzen oder externe Untersuchungen diesen Wert extrem
verändern
Analysen/Fall:
- Kategorie : externe Kennzahl
- Aussagefähigkeit : Es wird die Belastung des Krankenhausfälle mit Laborleistungen angegeben.
- Ermittlung : Die Analysenzahlen werden durch die Anzahl der Fälle geteilt.
- Vergleichbarkeit : Wenn nach Fachrichtungen unterschieden wird, ist die Vergleichbarkeit sehr hoch.
- Grenzen der Kennzahl :es gibt keine direkte Aussage ob ‘billige’ oder ‘teure' Analysen angefordert werden.
Unterschiedliche Zählweisen (z.B. Blutbilder) können diesen Wert verändern.
Kosten/Analyse:
- Kategorie : interne Kennzahl
- Aussagefähigkeit : Es werden die direkten Kosten für Laborleistungen angegeben.
- Ermittlung : Die Primärkosten( direkten Laborkosten minus externer Erlöse)werden durch die Anzahl der Analysen geteilt.
- Vergleichbarkeit : Wenn nach Personal- und Sachkosten
unterschieden wird, ist ein Vergleich zulässig. Für
Vorperiodenvergleiche sehr gut geeignet
- Grenzen der Kennzahl :Unterschiedlich große Analysenspektren (z.B. Schilddrüse, Mikrobiologie)können diesen Wert verändern.
Unterschiedliche Leistungskataloge können diesen Wert verändern.
Unterschiedliche Krankenhaus- und Laborstrukturen verändern die
Kennzahl. Große Analysenzahlen lassen den Wert sinken.
Kosten/Punkt :
- Kategorie : interne Kennzahl
- Aussagefähigkeit : Es werden die direkten Erstellungskosten für Laborleistungen angegeben.
- Ermittlung : Die Primärkosten( direkten Laborkosten minus externer Erlöse)werden durch die Anzahl der Analysen geteilt.
- Vergleichbarkeit : Wenn nach Personal- und Sachkosten
unterschieden wird, ist ein Vergleich zulässig. Für
Vorperiodenvergleiche hevorragend geeignet
- Grenzen der Kennzahl :Unterschiedlich große Analysenspektren (z.B. Schilddrüse, Mikrobiologie)können diesen Wert verändern.
Unterschiedliche Leistungskataloge können diesen Wert verändern.
Unterschiedliche Krankenhaus- und Laborstrukturen verändern die
Kennzahl. Große Analysenzahlen lassen den Wert sinken.
Leistungspunkte/Fall :
- Kategorie : externe Kennzahl
- Aussagefähigkeit : Es wird die Belastung des Krankenhausfälle mit dem Wert der Laborleistungen angegeben.
- Ermittlung : Die erzielten Leistungspunkte werden durch die Anzahl der Fälle geteilt.
- Vergleichbarkeit : Wenn nach Fachrichtungen unterschieden wird ist die Vergleichbarkeit sehr hoch.
- Grenzen der Kennzahl : Große Ambulanzen oder
externe Untersuchungen können diesen Wert verändern, wenn
nicht nach Fachrichtungen unterschieden wird.
Unterschiedliche Leistungskataloge können diesen Wert extrem verändern.
GoÄ96 ergibt ca. 57% der Punktzahlen der GoÄ88
- (Anmerkung : die GoÄ96 spiegelt besser den
tatsächlichen Aufwand eines Labors wieder, da die mechanisierten
Analysen im Wert gefallen und die manuellen Leistungen weitgehend
gleich geblieben sind. Außerdem sind einige extreme
Außreißer beseitigt
(z.B Blutgase von 303 auf 90 Punkte.)
Leistungspunkte/Fallpunkt:
- Kategorie : externe Kennzahl
- Aussagefähigkeit : Es werden die Laboranforderungen
je Fall unter Berücksichtigung der Fallschwere und damit des
Erlöses nach DRG angegeben.
- Ermittlung : GoÄ-Punkte der stationäre Anforderungen geteilt durch die Fallzahl mulripliziert mit dem CMI
- Vergleichbarkeit : Sehr gute Vergleichszahl für den stationären DRG Bereich.
- Grenzen der Kennzahl :Unterschiedlich große Analysenspektren (z.B. Schilddrüse, Mikrobiologie)können diesen Wert verändern.
Unterschiedliche Leistungskataloge können diesen Wert verändern. Externe Leistungsvergaben werden nicht mit erfasst.
Anteil der Laborkosten am Gesamtbudget :
- Kategorie : universelle Kennzahl
- Aussagefähigkeit : Es wird der prozentuale Anteil der Kosten für Laborleistungen am Gesamtbudget angegeben.
- Ermittlung : Die Gesamtkosten für Laborleistungen
(Direkte Laborkosten plus Umlagekosten plus Kosten für
Laborleistungen in Fremdlabors minus externer Erlöse)werden durch
das Gesamtbudget geteilt.
- Vergleichbarkeit : Für Vorperiodenvergleiche hervorragend geeignet.
Bei ähnlicher Krankenhausstruktur auch für den externen Vergleich gut geeignet.
- Grenzen der Kennzahl :Die Kosten reagieren nicht linear
auf veränderte Budget. Kleinere Einheiten benötigen in der
Regel einen größeren prozentualen Anteil. Unterschiedliche
Leistungskataloge können diesen Wert verändern.
Unterschiedliche Krankenhaus- und Laborstrukturen verändern die
Kennzahl. Große Analysenzahlen lassen den Wert sinken.
- Anmerkung : Diese Kennzahl ist in der Vergangenheit nur grob (2-4%) ohne genauere Unterscheidung für das ganze Haus bestimmt worden.
Hier ist aber ein Ansatz gegeben, eine intensivere Funktionsdiagnostik
mit Einnahmezuwächsen z.B.im Bereich Fallzahlen, Liegezeiten usw.
oder z.B. bei Drugmonitoring durch Kostenreduktionen durchändern.
Hinweise zur Erlösberechnung:
- zu den Erlösen werden immer nur die Einnahmen, gezählt, die durch eine Dienstleistung an Dritte entstehen
- Einsparung von Kosten durch sinkenden Medikamentenverbrauch
(Beispiel: Sepsisdiagnostik unter PCT Kontrolle) werden nicht mit
erfaßt. Bei den Kennzahlen können nur direkte Erlöse
zugeordnet werden.
Intensivere Funktionsdiagnostik kann ja nicht nur eine
Qualitätssteigerung bedeuten sondern auch zu einer Verbesserung
der Einnahmesituation oder Kostenreduktion in anderen Bereichen
führen.
Als ersten Anhalt ( Wo stehe ich, was muß ich genauer untersuchen ?) ist dies die geeignete Kennzahl
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